Professionelle Zahnreinigung – was ist das?

Bei der professionellen Zahnreinigung handelt es sich um eine Privatleistung. Abgerechnet wird hier anhand der Gebührenordnung der Zahnärzte (kurz: GOZ) mit entsprechendem Steigerungssatz. Aufgrund der Tatsache, dass die Abrechnung pro Zahn, Implantat, Brückenglied und Krone erfolgt, gibt es somit keine Pauschalpreise. Aufwand wie Dauer sind zudem individuell – in der Regel dauert die Zahnreinigung um die 60 Minuten. Besonders wichtig: Beläge müssen gründlich entfernt werden – auch natürlich unterhalb des Zahnfleischsaums sowie in den Zahnzwischenräumen. Doch man sollte an dieser Stelle nicht glauben, dass die Zahnreinigung durch den Zahnarzt etwaiges Zähneputzen ersetzt, da ein langfristiger Erfolg nur möglich ist, wenn man selbst auf eine gute Mundhygiene achtet.

Wer lange gesunde Zähne möchte, der sollte keinesfalls auf die professionelle Zahnreinigung verzichten. Auch wenn es sich um eine Privatleistung handelt, so ist es dennoch ratsam, dieses Geld in seine Zähne zu investieren, um so lange wie möglich etwaige Probleme zu verhindern, die durch eine unzureichende Mundhygiene jederzeit auftreten können.

Zahnreinigung muss nicht vom Zahnarzt selbst durchgeführt werden

Die professionelle Zahnreinigung kann nicht mit dem klassischen Zähneputzen im eigenen Badezimmer gleichgesetzt werden. Hier greift man zu Spezialinstrumenten, um kosmetisch störende wie auch krankmachende Beläge zu entfernen. Somit wird auch das Risiko für Karies und/oder auch Parodontitis gesenkt.

Der Zahnarzt greift hier zu Schallinstrumenten und einem Pulver-Wasser-Spray und versucht mit diversen Handinstrumenten die Beläge, die sich auf den Zähnen festgesetzt haben, zu entfernen. Jedoch geht es hier nicht nur um den Belag auf den Zähnen, sondern auch um den Bereich der Zahnzwischenräume, den Zahnfleischsaum und auch um die Zahnwurzeloberfläche. Des Weiteren werden die Zähne poliert, sodass es den neuen Bakterien schwerer gemacht wird, sich auf der Oberfläche des Zahns festzusetzen. Mit einem Gel oder Lack werden die Zähne sodann auch fluoriert.

Der Zahnarzt muss die professionelle Mundhygiene jedoch nicht selbständig durchführen, sondern kann die Arbeit auch an die Prophylaxe- oder Fach-Assistenten übertragen, überprüft aber den Zustand der Zähne, nachdem die Zahnreinigung abgeschlossen wurde, selbst.

Der Ablauf der Behandlung

Zu Beginn macht sich der Zahnarzt ein Bild über den Gesundheitszustand der Zähne und achtet auch auf etwaige „Schönheitsfehler“. Danach wird der Patient aufgeklärt, worauf bei Behandlung besonders geachtet wird. In weiterer Folge werden harte wie auch weiche Beläge von den Zähnen entfernt. Sind die Verschmutzungen entfernt, so kommt es zur Reinigung der Zähne und der Zwischenräume. Danach folgt die Politur der Zähne. Mit einer fluoridhaltigen Paste erfolgt sodann die Zahnglättung. Abschließend wird noch ein Gel oder Lack mit Fluorid aufgetragen.

Der Zeitaufwand einer derartigen Behandlung richtet sich natürlich nach dem Zustand und auch der Zahnanzahl. Laut Bundeszahnärztekammer dauert eine professionelle Zahnreinigung bei einem erwachsenen Menschen um die 60 Minuten. Wichtig ist, dass das Personal der Praxis die Patienten für die Mundhygiene motiviert und auch anleitet, somit wertvolle Tipps und Tricks verrät, wie Zahnbürste, Zahnzwischenraumbürsten, Zahnseide oder auch Fluoride richtig verwendet werden.

Mitunter ist es nämlich nicht die fehlende Mundhygiene, sondern auch die falsche Reinigung, die zu Zahnproblemen führt.

Sollte man sich für diese Privatleistung entscheiden?

Der Patient muss am Ende immer selbst die Entscheidung treffen, ob die angebotene Gesundheitsleistung, die jedoch aus dem eigenen Vermögen bezahlt werden muss, in Anspruch genommen werden soll oder nicht. Viele Patienten fühlen sich bei dieser Entscheidung jedoch allein gelassen oder mitunter von Seiten des Praxisteams sogar unter Druck gesetzt. Vielen Patienten fehlt nämlich die objektive Beurteilung, ob die Behandlung tatsächlich einen langfristigen Erfolg mit sich bringt oder nicht.

Patienten kann hier der IGeL-Monitor empfohlen werden. Hier werden Schaden wie Nutzen diverser Gesundheitsleistungen bewertet.

Handelt es sich um einen Erwachsenen ohne Parodontitis, so kann etwa keine Aussage getroffen werden („unklar“), da bislang nur eine Studie mit einer verlässlichen Auskunft vorliegt. Folgt man dieser Studie, so genügt die jährliche Anleitung zu einer richtigen Zahnpflege auch ohne professioneller Zahnreinigung, sodass weniger Zahnfleischentzündungen auftreten, da die Zähne besser gepflegt werden.

Natürlich ist die Zahnärzteschaft überzeugt vom Nutzen der professionellen Zahnreinigung und argumentiert dahingehend, dass die in den eigenen vier Wänden verfolgte Mundhygiene nicht ausreicht, um Karies und/oder auch Parodontitis wirksam vorzubeugen, sodass die Zähne wie auch das Zahnfleisch gesund bleiben.

Worauf der Patient achten sollte

Bevor man sich für das Angebot entscheidet, sollte man im Vorfeld Informationen einholen, wie teuer die professionelle Zahnreinigung ausfällt – auch wenn nach der Gebührenordnung für Zahnärzte abgerechnet wird, kann es zu Preisunterschieden kommen.

Vor der Behandlung sollte man zudem bei der zuständigen Krankenkasse nachfragen, ob mitunter ein Zuschuss zu der professionellen Zahnreinigung erwartet werden kann.

Wichtig ist, dass der Zahnarzt selbst den Zustand der Zähne kontrolliert. Auch wenn die Behandlung von einem Assistenten durchgeführt wird, so ist es unerlässlich, dass sich der Zahnarzt selbst davon ein Bild macht, wie es um die Gesundheit der Zähne bestellt ist. Mitunter ist es auch ratsam, die Zahnreinigung mit dem halbjährlichen Kontrolltermin zu verbinden.