SchoenheitUndSucht

Wenn die Schönheits – OP zur Sucht wird

Ohne Zweifel haben Schönheitsoperationen schon immer für die meisten Leute eine Erleichterung und Verbesserung bedeutet, denn unseren Körper nach eigenem Gutdünken zu modellieren ist grundsätzliche eine tolle Sache.

Niemand muss sich heute mehr mit einer schiefen oder platten Nase abfinden, abstehenden Ohren oder auch zu kleinen Brüsten, so dass eine Schönheitsoperation in vielen Bereichen eine Selbstverständlichkeit geworden ist, trotz Kritik von Seiten allzu konservativer und religiös gehemmter Gegner. Die halten den Körper für gottgegeben und schleichen immer noch um die alten Schriften aus primitiver Zeit wie die Katze um den Brei, doch haben diese Leute glücklicherweise heute noch wenig Einfluss. Eine Schönheits – OP ist völlig ok, möchte man meinen, doch wird es eben leider auch manchmal ganz schön übertrieben!

Im Kampf gegen Falten und das Alter ist sicher so manches Mittel recht, doch was nützt das Straffen und Liften wenn am Ende das Gesicht nur noch einer Maske gleicht?

Notwendigkeiten und Übertreibungen

Wer an einer Gaumenspalte leidet, die Brüste vergrößern oder auch das sich lichtende Haar auffüllen lassen möchte, hat dazu alle Berechtigung. Die Ästhetik des Körpers ist nicht nur individuell bestimmbar, sie ist heute bis zu einem gewissen Grad auch steuerbar und wer hier gerne zum Chirurgen geht, kann das natürlich tun. Allerdings kann das Ganze auch zur Sucht werden und die Schönheitsoperation gewissermaßen zur Droge, die gegen Entzugserscheinungen eingenommen werden muss. Was aber ist übertrieben, was Sucht? Es gibt dazu jede Menge Studien und neuerdings behauptet die Gehirnforschung sogar, jede Sucht sei ohnehin genetisch bedingt.

Ok, das können wir hier nicht diskutieren, doch bei der Schönheits – Op liegt die Sache bei näherer Betrachtung eigentlich klar ersichtlich auf dem Tisch: Wer kein Gesamtbild von sich im Kopf hat, der wird immer wieder nachbessern und verändern wollen, wobei der Körper hier nicht als Kunstwerk herhalten soll wie bei über die Gebühr tätowierten oder gepiercten Leuten! Deren Bestreben ist es als veränderte Persönlichkeit die Optik zum Ausdruck zu nutzen, während die Sucht nach Schönheitsoperationen eher ein Davonlaufen vor den eigentlichen Problemen ist.

Das Alter und seine Tücken

AlterUndTuecken

Wer sich liften lässt, der will keine Falten und Falten treten nun mal im Laufe der Jahre bei jedem Menschen auf. Eine Schönheits – OP ist also in den allermeisten Fällen eine Schlacht gegen den Alterungsprozess und der danach Süchtige meint schlichtweg, man müsse nur ausreichend genug Schlachten schlagen, um am Ende den Krieg zu gewinnen! Das ist natürlich Nonsens, denn wer sich zum Beispiel die (Gesichts) Maske von Silvio Berlusconi genauer anschaut, der kann viele verlorene Schlachten genau erkennen. Jeder neue Eingriff verspricht freilich zeitweilige Verbesserung und so bedeutet eine Sucht immer auch die Hoffnung auf genau diesen weiteren Kick. Das ist psychologisch ungemein spannend, wenn auch nicht sonderlich schön für die Betroffenen selbst, denn heute gilt wie vor tausenden Jahren immer noch der Spruch des Solon von Athen: „Nichts zu sehr!“ Wer es übertreibt, schlägt weder dem Alter ein Schnippchen noch verbessert die eigene Ausstrahlung. Im Gegenteil, gerade im Gesicht sind häufige Eingriffe, die mitunter nur kleinste Unregelmäßigkeiten verbessern sollen und die durch die aberwitzige, ständige Wiederholung die Haut, den Körper, die gesamte Erscheinung gründlich demolieren. Da lässt sich der Kampf gegen das Alter heute wirklich besser führen und Schönheitsoperationen sollten entweder dem künstlerischen Umbau des Körpers oder aber zur Abhilfe von Belastungen dienen. Wo diese enden und anfangen ist freilich eine Frage, die dann eben doch wieder jeder für sich entscheiden muss.